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Inside OHG – Interview mit Herrn Hilbert

Nachveröffentlichung des Interviews mit Herrn Hilbert im Rahmen der Zeitung während der Projekttage vor den Sommerferien

Viel Spaß beim Lesen.

Projektzeitung-Interview mit Herrn Hilbert

Bei welchem Projekt würden Sie am liebsten selbst teilnehmen?
Herr Hilbert wollte ursprünglich selbst ein Projekt leiten, bei welchem man zum Beispiel
heruntergekommene Ecken im Schulgebäude verschönert und erneuert. Die Schüler
sollten Handwerkliches lernen, wie beispielsweise Putz auftragen oder wie man mit
verschiedenen Werkzeugen arbeitet. Er wollte den Schülern Dinge fürs alltägliche Leben
beibringen.

Was würden sie gerne an unserer Schule verbessern und wie verbinden Sie das mit
dem Neubau?

Im Neubau soll es Aufenthaltszonen und „Chillecken“ geben, um den Schülern einen Ort
zu geben, wo sie sich wohlfühlen. Es war ihm sehr wichtig, dass es ein großes Lern- und
Wissenszentrum gibt, zum Beispiel die Bibliothek, die neu gebaut wird und als Eventraum
genutzt werden kann. Eine größere Mensa soll ebenfalls Teil der neuen Schule sein, an der
auch Schüler mehr Mitbestimmungsrecht haben können. Es sollen vielfältigere Gerichte
(zum Beispiel vegane Optionen) angeboten werden und die Wartezeiten sollen verkürzt
werden. Außerdem werden für den Bau des gesamten Schulgebäudes ausschließlich
wiederverwendbare Materialien genutzt und es wird darauf geachtet, dass man möglichst
gesund baut. Die Räume werden auch Di erenzierungsmöglichkeiten scha en, damit
sich die Schulgemeinschaft wohlfühlt. Das Ziel ist jetzt unser derzeitiges Schulgebäude
in Stand zu halten. Wir sind selbst in der Verantwortung und sollen selbst auf unsere
Schule aufpassen und sie zum Beispiel sauber halten.

Würden sie gerne noch länger an der Schule bleiben oder freuen sie sich schon auf
ihren Ruhestand?

(lacht) Herr Hilbert ist mit viel Freude und Überzeugung Schulleiter. Mit seinem Job ist er
zufrieden und sieht ihn als Geschenk etwas Sinnhaftes zu tun. Er hat auch, um sein
Studium zu finanzieren, am Band gearbeitet und hat so gelernt, seinen jetzigen Job als
Schulleiter wertzuschätzen. Als Schulleiter kann man vieles bewegen und weil er
außerdem geschäftsführender Schulleiter der Ludwigsburger Gymnasien ist, betreibt er
viel Kommunalpolitik. Das zeigt, dass er sich auch in seinem Job noch weiter engagieren
will, um etwas in der Welt zu bewirken. Die Schule liegt ihm mit all ihren Profilen am
Herzen. Als Schulleiter braucht man Leidenschaft, muss gut kommunizieren und vor
allem zuhören können. Man muss für die Menschen da sein und auch das Kollegium
mitziehen.

Wie bewerten Sie die Tatsache, dass Otto Hahn Direktor eines Instituts war, das als
kriegswichtig eingestuft wurde und vom NS-Regime umfangreich unterstützt wurde?

Herr Hilbert zog ein Buch aus dem Regal, welches Bilder und Informationen von Otto
Hahn beinhaltet. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft war in Teilen in kriegsrelevante
Forschung eingebunden und erhielt Unterstützung vom NS-Regime. Daraus folgt aber
nicht automatisch, dass Otto Hahn persönlich das NS-Regime unterstützte oder für alle
Tätigkeiten der Institution verantwortlich war. Trotz des großen Wettrüstens gegen die US
Amerikaner wollte Otto Hahn die Atomkraft friedlich nutzen, weswegen er auch die
Göttinger Erklärung unterzeichnet hat. Die zeitgeschichtliche Beurteilung eines
Menschen wie Otto Hahn ist immer schwierig: Otto Hahn blieb in Deutschland und
arbeitete weiter, half einzelnen verfolgten Kolleginnen und Kollegen, trat aber auch nicht
ö entlich gegen das Regime auf. Relevant für uns ist, dass es sich um einen bedeutenden
Chemiker und Nobelpreisträger handelt und er sich für eine friedliche Nutzung der
Atomphysik / Kernspaltung eingesetzt hat.

Waren sie früher gut in der Schule?
Eigentlich war er immer ein guter Schüler und ist nie sitzen geblieben.

Nachwort:
Wir bedanken uns bei Herrn Hilbert, dass er sich Zeit für uns genommen hat und alle
unsere Fragen ausführlich und klärend beantwortet hat.


Tilda Plessing, Finja Jaag, ehemals 8d